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Leistung · KG-ZNS

Neurologische Physiotherapie. Nach Schlaganfall, bei MS und Parkinson.

Der Arm gehorcht nicht mehr richtig, das Gehen ist unsicher geworden, Bewegungen, die früher automatisch liefen, müssen wieder erarbeitet werden. Genau darum geht es hier. Das Nervensystem kann sich neu organisieren: Durch gezielte Wiederholung entstehen neue Verbindungen, auch Jahre nach dem Ereignis.

Auch als Hausbesuch möglich, mit ärztlicher Verordnung, auf der „Hausbesuch" angekreuzt ist. Angehörige sind willkommen.

Was ist KG-ZNS?

KG-ZNS steht für Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage, eine eigene Verordnungsart für Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie unterscheidet sich von der klassischen Krankengymnastik: Es geht nicht in erster Linie um Kraft oder Beweglichkeit, sondern darum, Bewegungsabläufe neu anzubahnen.

Grundlage ist die Neuroplastizität: Das Gehirn kann Aufgaben umverteilen und neue Nervenverbindungen aufbauen. Dafür braucht es viele Wiederholungen, die richtige Bewegungsqualität und Übungen, die im Alltag Sinn ergeben. Die Behandlung dauert in der Regel länger als normale KG, je nach Verordnung 30 Minuten oder mehr. Wir arbeiten nach dem PNF-Konzept.

PNF: Bewegung über das Nervensystem anbahnen

PNF steht für Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation. Der Begriff klingt sperrig, das Prinzip ist einfach:

  • Propriozeptiv. Wir nutzen die Rückmeldung aus Muskeln, Sehnen und Gelenken. Über diese Rezeptoren weiß der Körper, wo er sich im Raum befindet.
  • Fazilitation heißt Bahnung. Wir erleichtern eine Bewegung, bis sie wieder gelingt.

Wie das konkret aussieht:

  • Gearbeitet wird in dreidimensionalen, diagonalen Bewegungsmustern, so wie der Körper sich natürlicherweise bewegt. Kein Muskel arbeitet im Alltag isoliert.
  • Gezielter Widerstand von außen verstärkt die Rückmeldung an das Nervensystem und erleichtert die Bewegung.
  • Stretch, Zug und Druck auf das Gelenk setzen zusätzliche Reize.
  • Irradiation: Kraft aus kräftigen Körperabschnitten wird gezielt auf schwache übergeleitet. Über die starke Seite lässt sich die schwache aktivieren.
  • Dazu kommen klare Ansagen, Blickführung und Handkontakt, die die Bewegung lenken.

PNF wird nicht nur neurologisch eingesetzt, sondern auch nach Operationen, bei Schulterproblemen oder in der Sportrehabilitation. Als eigene Verordnungsart KG-ZNS kommt es bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems zum Einsatz.

Bei welchen Erkrankungen behandeln wir?

  • Schlaganfall. Halbseitenlähmung, Spastik, Gang- und Armfunktionsstörungen.
  • Multiple Sklerose. Kraftverlust, Gangunsicherheit, Koordinationsstörungen, Fatigue.
  • Morbus Parkinson. Bewegungsverlangsamung, kleinschrittiger Gang, Gleichgewichtsprobleme, Starthemmung.
  • Schädel-Hirn-Trauma und Folgen von Hirnblutungen.
  • Querschnittlähmung.
  • Polyneuropathie. Gefühlsstörungen und Unsicherheit beim Gehen.
  • Ataxien und Bewegungsstörungen.
  • Folgen von Hirntumoren oder Hirnoperationen.
  • Nervenläsionen wie Fazialisparese oder periphere Lähmungen.

Woran wir mit Ihnen arbeiten

  • Gehen. Sicherer, ausdauernder, ohne Sturzangst.
  • Arm und Hand. Greifen, halten, wieder selbst essen und anziehen.
  • Gleichgewicht und Sturzprophylaxe.
  • Spastik. Tonus regulieren, schmerzhafte Verkrampfungen reduzieren.
  • Transfer. Vom Bett in den Rollstuhl, vom Sitzen ins Stehen.
  • Ausdauer im Alltag. Damit der Tag nicht nach zwei Stunden vorbei ist.
  • Selbstständigkeit. Jeder Handgriff, den Sie wieder allein schaffen, zählt.
  • Anleitung von Angehörigen. Lagerung, Transfer, Übungen für zwischendurch.

Was erreichbar ist, hängt von der Erkrankung, dem Ausmaß der Schädigung und dem Zeitpunkt ab. Wir sagen Ihnen offen, was wir für realistisch halten, und arbeiten an Zielen, die für Ihren Alltag tatsächlich einen Unterschied machen. Auch Jahre nach einem Schlaganfall lässt sich noch etwas verändern, nur langsamer.

So läuft die Behandlung ab

  1. Ausführliche Anamnese. Krankheitsverlauf, bisherige Therapien, Wohnsituation, Hilfsmittel, Ihr wichtigstes Ziel.
  2. Befund. Beweglichkeit, Kraft, Tonus, Gleichgewicht, Gangbild, Alltagsfunktionen.
  3. Zielvereinbarung. Gemeinsam, konkret und alltagsbezogen.
  4. Behandlung. Nach PNF, mit vielen Wiederholungen.
  5. Übungen für zu Hause. Abgestimmt auf das, was Sie oder Ihre Angehörigen leisten können.
  6. Verlaufskontrolle. Regelmäßige Überprüfung, Anpassung der Ziele.
  7. Zusammenarbeit. Mit Neurologie, Hausarztpraxis, Ergotherapie, Logopädie, Sanitätshaus.

Mitbringen: Rezept, bequeme Kleidung und feste Schuhe, Hilfsmittel wie Gehstock, Rollator oder Orthese, Arztbriefe oder Reha-Berichte.

Behandlung zu Hause

Für viele Betroffene ist der Weg in die Praxis nicht möglich oder zu anstrengend. Neurologische Physiotherapie bieten wir deshalb auch als Hausbesuch an, mit ärztlicher Verordnung, auf der das Feld „Hausbesuch" angekreuzt sein muss. Zu Hause sehen wir die echte Umgebung mit Treppen, Türschwellen und Bad und können Gangschulung und Transfer genau daran anpassen.

Kosten und Verordnung

  • Auf dem Rezept muss „KG-ZNS" stehen, teilweise mit dem Zusatz des Konzepts. Ein normales KG-Rezept berechtigt nicht zu dieser Behandlungsart.
  • Verordnen dürfen Haus- und Fachärztinnen, in der Regel die neurologische Praxis.
  • Langfristiger Heilmittelbedarf: Viele neurologische Diagnosen berechtigen zu langfristiger Verordnung. Das erspart ständige neue Rezepte; sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt gezielt darauf an.
  • Gesetzlich versichert: Kostenübernahme durch die Krankenkasse; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung von 10 € je Verordnung plus 10 % je Behandlung, sofern Sie nicht befreit sind.
  • Privat versichert: Abrechnung nach Privatpreisliste, Erstattung je nach Tarif.
  • KG-ZNS ist eine zertifikatspflichtige Zusatzqualifikation und wird bei uns nur von entsprechend fortgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt.

Wo wir das anbieten

An allen drei Standorten: Bergkamen-Rünthe, Dortmund-Mitte und Dortmund-Klinikviertel. Rezepte gelten in jeder unserer Praxen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur KG-ZNS.

Was bedeutet KG-ZNS?

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage. Eine eigene Verordnungsart für Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die nur von speziell fortgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten erbracht werden darf.

Was ist PNF?

Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, eine Behandlungsmethode, die über Rückmeldungen aus Muskeln und Gelenken Bewegungen wieder anbahnt. Gearbeitet wird in natürlichen, diagonalen Bewegungsmustern.

Lohnt sich Therapie noch, wenn mein Schlaganfall lange zurückliegt?

Ja. Die größten Fortschritte entstehen im ersten Jahr, aber das Nervensystem bleibt lernfähig. Auch später sind Verbesserungen möglich, sie brauchen nur mehr Zeit.

Wie oft sollte ich kommen?

Ein bis zwei Termine pro Woche sind üblich, in bestimmten Phasen mehr. Entscheidend ist zusätzlich, was zwischen den Terminen geübt wird.

Was muss auf dem Rezept stehen?

„KG-ZNS", gegebenenfalls mit Angabe des Konzepts. Ein normales KG-Rezept reicht nicht.

Kommen Sie zu uns nach Hause?

Ja, mit entsprechender ärztlicher Verordnung. Auf dem Rezept muss das Feld „Hausbesuch" angekreuzt sein.

Können Angehörige dabei sein?

Ausdrücklich ja. Wir zeigen Ihnen Handgriffe für Lagerung, Transfer und Übungen im Alltag.

Was kann ich realistisch erwarten?

Das hängt stark vom Einzelfall ab. Wir machen keine Versprechungen, sondern besprechen nach dem Befund offen, welche Ziele erreichbar sind.

Termin

Termin vereinbaren.

Rezept bitte mitbringen. Hausbesuche sind möglich. Angehörige, die für Betroffene anfragen, erreichen uns telefonisch oder über das Kontaktformular.

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Hinweis: Diese Seite beschreibt, was wir anbieten und wie es abläuft. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Ob eine Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll und verordnungsfähig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Angaben zu Fristen, Verordnungs- mengen und Zuzahlung entsprechen dem Stand September 2026.

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